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Reisetagebuch aus Costa Rica
Reisebericht
Costa Rica vom 29. Dezember
bis 20. Januar 2011
Vom tief
verschneiten Deutschland in den ewigen
Sommer Costa Ricas. Eine dreiwöchige
Reise mit dem Auto durch den Westen
Costa Ricas.

29.12.2010/30.12.2010 Mal Pais
Unser
erstes Ziel war Mal Pais auf der
Peninsula de Nicoya an der Pazifikküste.
Wir hatten hoch gepokert, da wir darauf
spekuliert haben, non-stop von Stuttgart
nach Frankfurt mit dem Flugzeug mit
Stop-over über die Dominikanische
Republik in die Hauptstadt San Jose,
dann mit dem Bus über holprige Strassen
auf die Fähre von Puntarenas nach Playa
Naranjo wieder in den nächsten Minibus
gesprungen, um auf halber Strecke
irgendwo in der Pampa auf einen
wartenden Jeep umgeladen zu werden, der
einen dann direkt in die Lodge „The
Place“ nach Mal Pais bringt. Wer so hoch
pokert darf sein Pokerface nicht
verziehen, wenn der Flieger wegen
Vereisung nicht starten und bei der
Ankunft wegen Überfüllung nicht direkt
in die Parkposition fahren kann.
Alles
kein Problem, wir hatten ja nur 1 ½
Stunden Verspätung und die Fähre würde
sicherlich auf uns warten. Jawohl wir
hatten hoch gepokert, aber die Karten
waren gut. Die Fähre hat tatsächlich 2
Minuten gewartet. Schnell drauf
gesprungen und es hiess Leinen los.
Letztendlich ging alles wie von
Geisterhand und wir sind im Strudel der
Zeitmaschine direkt vors Hotel gespült
worden. Ein Lob an Tierra Verde mit
seinem Tierra Verde Voucher Programm -
Hotel Voucher & Auto, der den
Zubringerdienst zum Startpunkt der Reise
optimal organisiert hat (www.tierraverde.com,
Tel.: 00506-2249 2354). Unsere Bekannte
Monika hat uns dort in Empfang genommen
und uns erst einmal in die lokalen
Örtlichkeiten des Dorfs eingeführt. Dazu
gehört natürlich ein Minikurs im
obligatorischen Wellenreiten.

Also ruck-zuck ein Surfboard ausgeliehen und
rauf auf die Welle. Als blutiger
Anfänger war ich natürlich mehr unter
der Welle als auf der Welle.
Wer
surft, kann auch ganz entspannt und
gepflegt essen gehen. Monika´s Bekannte
aus dem Ort haben uns ihren Tip für das
beste Restaurant in Mal Pais verraten.
Und wirklich, das Ritmo Tropical (Hotel
Restaurant & Pizzeria, 100 m South from
the cross road Malpais Playa Carmen
Costa Rica, Tel. (506 26400174, info@hotelritmotropical.net)
hat ausgezeichnete Fischgerichte und
einen Mega-Mochito. Mega kann man schon
sehr wörtlich nehmen. Hier gibt es nicht
den Mochito im kleinen Cocktail-Glas,
sondern in der zünftigen Glaskaraffe.
Nach 30 Stunden auf den Beinen und einer
Karaffe Mochito waren die ersten
Anzeichen von Müdigkeit bei mir nicht
ganz von der Hand zu weisen. So bin ich
den ersten Tag sanft entschlummert bei
angenehmen 28 Grad Außentemperatur und
einer sanften Meeresbrise.
31.12.2011
Silvester in Mal Pais
Entspannt frühstücken bei einem Cafe
con leche, einem Croissant von der
Bäckerei, etwas surfen, einem Smoothie
zwischendurch, abhängen im Schatten und
ausgedehnten Strandspaziergängen und
schwupp haben wir uns schon wieder beim
Abendessen befunden. Leider kann man das
Restaurant Chamäleon nicht mit auf die
Tipp-Liste aufnehmen.
Das
neue Jahr haben wir bei einem
Lagerfeuer, am Strand bei gegrillten
Marshmallows und einem Cubalibre,
umringt von einer Vielzahl anderer
Feuerpunkte unter dem Rauschen der
Brandung begrüßt. Feuerwerk war nur sehr
vereinzelt zu sehen, aber die Ticos
wissen zu feiern und so schichten sie
riesige Holztürme auf, die sie pünktlich
ins neue Jahr hinein über weite Strecken
hinweg sichtbar abbrennen.
Bleibt mir nur unter dem hell
funkelnden Sternenhimmel Euch allen ein
gutes neues Jahr - un bueno nuevo ano -
zu wünschen.
Im gleichen Rhythmus sind die anderen
Tage am einsamen kilometerlangen
Sandstrand dahingeflogen. Wenn Ihr dort
seid, müsst Ihr unbedingt den
Sonnenuntergang auf der Terrasse im
Restaurant Buenos Aires genießen. Hier
gibt es nicht nur den besten Blick über
die gesamte Bucht, sondern auch eine
herrliche Speisekarte, die sich in
luftiger Höhe gleich doppelt genießen
lässt.
Etwas Pech hatten wir als uns am
Lagerfeuer am Strand der Rucksack,
welchen wir neben uns abgelegt hatten
durch eine Gestalt, die kurz aus der
Dunkelheit auftauchte und dann in die
Büsche verschwand, geklaut wurde. Nachts
am Strand sollte man nur in der Gruppe
und nach Möglichkeit ohne jegliche
Wertsachen verbringen. Bis auf eine
Kamera war dies bei uns der Fall, denn
ein Bild vom Sonnenuntergang ist eben
auch etwas Schönes.
6.-7.1.2011 Montezuma
& Park Reserva Natural Absoluta Cabo
Blanco
Die Finca los Caballos -
http://www.naturelodge.net/contact-us.html
4 km südlich von Cobano auf dem Weg nach
Montezuma gelegen, ist eine äußerst
entspannte Unterkunft mit herrlichen
Ausblicken von den verschiedenen
Terrassen über die bewaldete
Küstenregion.
Wer
einen Ausflug zu den Brüllaffen
unternehmen möchte, der kann diese im
ältesten Park Costa Rica´s, dem „Park
Reserva Natural Absoluta Cabo Blanco“
treffen, welcher 20 Min. von Montezuma
entfernt an der Südspitze der Küste
Peninsula Nicoya liegt. Bei der
Wanderung durch den tropischen
Trockenwald lassen sich aus nächster
Nähe schlafende Fledermäuse in
Baumstümpfen, Großfamilien von
Brüllaffen bei ihren Streifzügen von
Baum zu Baum, bunte Schmetterlinge,
Nüsse kauende Eichhörnchen und
neugierige Nasenbären beobachten.
7.-9.1.2011 Bucht von Tamarindo & Strand
Playa Grande
Wer
ein 4x4 Auto zur Verfügung hat, sollte
die Tour in Richtung Norden nicht auf
den offiziellen Schotterpisten fahren.
Viel schöner ist es einer Empfehlung
einer Einheimischen zu folgen und sich
auf einem Pfad quer durch das Land auf
holprigen Pisten durch Flussläufe sowie
Hügel- und Tallandschaften mit maximal
20 Std.-km durchzuschlagen. Da die
Strecke (Montezuma-Cobano-Rio
Frio-Zapote-Jicaral-Nicoya-Santa
Cruz-Playa Grande) deutlich kürzer ist,
hat man letztendlich die gleiche
Fahrzeit, als würde man auf den besser
präparierten Strassen fahren.
Nach
ca. 1/3 der Strecke münden die Pfade
wieder in geteerte Strassen ein, die
einen dann flott nach Playa Grande
bringen. In Playa Grande sind wir im
Hotel Cantarana (Hotel & Restaurant
Cantarana - frontdesk@hotel-cantarana.com
-
http://www.hotel-cantarana.com/Hotel
& Restaurant Cantarana, Palm Beach
Estates, Playa Grande, Sta. Cruz, Costa
Rica, Tel.: 00506-2653-0486)
untergebracht, welches von Deutschen in
familiärer und warmherziger Weise
geführt wird. Ein Extraschmankerl gibt
es für die Liebhaber der gehobenen
Küche, da in dieser verlassenen Gegend
wohl der einzige Fernsehkoch aus
Teneriffa in ganz Costa Rica seine
Kochkünste zum Besten gibt.
Einer
der Hauptattraktionen in Playa Grande
ist den Lederschildkröten im
Nationalpark Marino Las Baulas zwischen
November und März bei der Eiablage in
der Nacht bei Flut am Strand zuzusehen.
Der Strandabschnitt wurde vor einigen
Jahren zum Naturreservat erklärt, um die
gefährdete Art vor dem Aussterben zu
bewahren. An der Rangerstation, die sich
kurz vor dem Strand befindet, kann man
eine geführte Tour zur
Schildkrötenbeobachtung buchen. Zu
unserer Zeit wurden maximal 60 Personen
auf 3 Gruppen aufgeteilt. Wer keine
Reservierung hatte, konnte aufgrund des
Ansturms und der wenigen Schildkröten,
die sich auf den Strand schleppten nicht
darauf hoffen, einen Blick auf das
Naturschauspiel zu werfen. So war es
auch bei unserem ersten Versuch. Um 24
Uhr versuchten wir auf der Warteliste
noch auf einen regulären Platz
aufzurücken. Aber an diesem Abend zeigte
sich nur eine einzige Schildkröte am
Strand und somit konnte sich nur die
erste Gruppe an die Eiablage
heranpirschen. Glück im Unglück, wir
haben bereits um 2 Uhr morgens das
Warten aufgegeben. Der Rest der
begeisterten Naturbeobachter harrte bis
4 Uhr 30 im Halbschlaf aus, um dann ohne
Schildkrötenkontakt ins Bett geschickt
zu werden.
 Also
auf ein Neues am nächsten Tag. Die
Parkverwaltung hatte uns gesagt, dass
wir pünktlich um acht am Büro sein
sollten, zur persönlichen Eintragung in
die Warteliste, um damit eine Chance auf
ein Tourticket zu bekommen. Um 11 Uhr
war das Büro zwar immer noch
geschlossen, aber wir konnten jemanden
ausfindig machen, der unsere Namen mit
auf die Liste setzte. Es schien unser
Glückstag zu sein. Erstens begann diese
Tour schon um 18 Uhr, zweitens quälten
sich zwei Schildkröten kurz nach
Sonnenuntergang den Strand hinauf und
drittens, konnten wir von der dritten
Gruppe in die Zweite vorrücken und
hatten damit die Möglichkeit für 20
Dollar pro Person dem Koloss am Strand
beim Schaufeln seines Nestes zuzusehen.
Nachdem die Lederschildkröte unter
heftigem Schnaufen ihre 80 Eier in den
Sand gelegt hatte, bekamen auch wir nach
diesem anstrengenden Ereignis Hunger.
Sicherlich wird man in dieser Gegend
kein Restaurant der gehobenen Küche
erwarten. Doch im Cantarana wurden wir
eines besseren belehrt. Wer einen super
zarten und saftigen Fisch essen möchte,
sollte den Rochen probieren, der aber
nicht auf der Speisekarte stand.
9.-11.2011 Playa del
Coco & Palo Verde National Park
Am
Playa del Coco gibt es einige
Tauchcenter, die für uns den einzigen
Charme des Örtchens ausmachten. Wir
haben uns für zwei Tauchgänge im The
Summer-Salt Dive Center (Playas del
Coco, Guanacaste, Costa Rica,
http://www.summer-salt.com/about,
Address: 50 m Sur del Parque Playas del
Coco, Tel: 506 26 70 03 08) eingebucht,
um einen Blick in die Unterwasserwelt
Costa Ricas zu werfen. Leider lag die
Sicht an diesem Tag nur bei 5 m. Da war
es selbst nicht möglich die singenden
Wale, die sich ganz in unserer Nähe
befanden zu entdecken. Aber das Meer ist
voller Leben, bevölkert von Algen
abweidenden Schildkröten, durch´s Wasser
fliegenden Rochen und riesigen,
farbenprächtigen Fischschwärmen, in die
man hinein schwimmen kann, um plötzlich
vollkommen umgeben zu sein von einer
lebenden Wand aus schillernden
Fischkörpern. Da wir verspätet mit dem
Tauchen anfingen, kam unser Zeitplan
etwas durcheinander.
Das
Problem war, dass unser nächstes Ziel,
der Palo Verde National Park (10° 21' N,
85° 21 W), sein Gate um 18 Uhr schließen
würde. Da wir erst um 17 Uhr von unserem
Tauchgang zurückkamen und uns noch 2 ½
Stunden Autofahrt bevor standen, war
dies nicht zu schaffen.
Wir
hatten zwar die Parkverwaltung
informiert, aber natürlich konnten wir
keine Sonderbehandlung erwarten. Wir
hofften, wie immer auf unser Glück und
fuhren einfach drauflos. Tief in der
Dunkelheit, über holprige Pisten am Gate
angekommen, war das Tor
erstaunlicherweise nicht verschlossen.
Als nach weiteren 30 Minuten Autofahrt
die Forschungsstation im Dunkeln vor uns
auftauchte, erschien kurz darauf ein
Ranger, um uns die Schlüssel für das
Zimmer auszuhändigen und uns zu unserem
Glück zu gratulieren, dass aus
irgendeinem Grund das Parkgate nicht
verschlossen war. Puhh, noch einmal gut
gegangen. Auch die Küche war noch 5
Minuten geöffnet und wir konnten die
letzten Reste vom Abendbüffet
zusammenkratzen.
 Der
Morgen begann mit einer Bootsfahrt durch
die Mangrovensümpfe in Richtung einer
kleinen Insel, die als Brutstätte von
einer Unzahl von Vögeln dient. Die Bäume
waren brechend voll mit Vogelschwärmen
und vollgepflastert mit Nestern, auf
denen die Jungvögel ihre ersten
Flügelschläge trainierten. Diese
Bootsfahrt in den Morgenstunden ist
wirklich lohnenswert, da man soviel
Federvieh in so kompakter Weise selten
vor die Linse bekommt.
Am
Nachmittag ging es mit einer geführten
Tour durch den trockenen Regenwald los.
Der Wald um Palo Verde ist sogenannter
Sekundärwald, das heißt aus der ehemals
vollkommen abgeholzten Viehweide hat
sich innerhalb der letzten 60 Jahre
wieder ein Jungwald entwickelt. Da die
Wanderung in der Mittagshitze statt
fand, sind die meisten Tiere auf
Tauchstation gegangen. Wenn möglich,
sollte man diese Tour ebenfalls nur in
den Morgenstunden machen, um noch frisch
ausgeschlafene, zum zwitschern
motivierte Vögel anzutreffen. Die
Atmosphäre der Unterkunft hat den Charme
einer Jugendherberge. Doppelstockbetten,
gemeinsame Toiletten und ein Koch, der
sich redlich bemühte etwas Essbares auf
den Tisch zu zaubern. Insbesondere die
phantasievolle Variation des Speiseplans
wie Bohnen mit Reis oder Reis mit Bohnen
oder die besonders knifflige Rezeptur
Reis und Bohnen lassen keinen Zweifel
daran, dass hier noch weitere
unerwartete Varianten auf dem Speiseplan
stehen.
Den
Sonnenuntergang auf dem Steg mit Blick
auf die Sümpfe, welcher nur 100 Meter
von der Station entfernt liegt, sollte
man auf keinen Fall verpassen.
Das
Quakkonzert der Frösche, welches sich
für europäische Ohren alles andere als
Quaken anhört und eher an
zusammenklappernde Holzstäbchen
erinnert, kündigte den nahenden
Sonnenuntergang an. Kaum ist die
Dunkelheit hereingebrochen, wird der
Vorplatz des Camps mit durchhuschenden
Schatten bevölkert. Mit Hilfe des
Blitzlichtes lassen sich unter anderem
Waschbären, Nasenbären und Pekari (eine
Art Wildschweine) den Schattengestalten
zuordnen. Wer es auch etwas rustikaler
verträgt und morgens nicht vergisst,
seine Schuhe auszuschütteln, um sicher
zu sein, dass kein Skorpion darin
übernachtet hat sowie eine Vielzahl von
Tieren sehen möchte, dem sei dieser
Abstecher nach Palo Verde empfohlen.
11-13.01.2011 La Fortuna & Vulkan Arenal
Der
einzige Grund für mich in das total
touristische und hässliche Städtchen La
Fortuna zu fahren, war bei Nacht die rot
glühenden Lavaströme vom Vulkan Arenal
zu sehen. Am Ortseingang wurde dann von
der netten Dame an der
Touristeninformation meine Hoffnung auf
rege Aktivität des Vulkans zunichte
gemacht. Denn seit einigen Monaten ist
der Arenal wieder in Tiefschlaf
versunken. Welch ein Pech! Um die
Situation zu retten, sind wir in eine
der vielzähligen heißen Quellen namens
Baldi Thermae Hot Springs zum gar Kochen
gegangen. Die Anlagen erinnern nach
Einschätzung der Einheimischen an
Disneyworld im Kleinformat. Zu der
Eintrittskarte, die für einen Tag gilt,
kann man ein Büffet dazu buchen. Den
Mampf, den man dort vorfindet, sollte
man lieber den Horden von Fruchtfliegen
überlassen, die sich über die lieblos
aufgeschnittene Ananas hermachen. Das
Büffet aus Hundefutterwürstchen und zu
Matsch panierten Fischresten zum
Eintritt hinzuzubuchen ist mehr als
reine Geldverschwendung.
Für
einige kurze Wandertouren von wenigen
Stunden, bietet sich das Gebiet um den
Arenal an im „Parque National Vulcan
Arenal“ (10 US-$ pro Person). Hier kann
man teilweise durch Regenwaldgebiete
wandern bis zu den Enden der letzten
Lavaströme. Diese Touren könnten
theoretisch sicherlich sehr schön sein,
hätte es nicht der Regenwald mit dem
Wörtchen Regen so überaus ernst genommen
und hätte der Vulkan nicht wenigstens
für eine Sekunde einmal seine Spitze aus
den schnell dahin wabernden
Nebelschwaden frei geben können. Für
mich aber verliert das Gebiet um den
Arenal seinen Reiz, wenn der Vulkan
nicht aktiv ist. Wer wenig Reisezeit zur
Verfügung hat, sollte sich den
Aufenthalt in La Fortuna besser sparen.
13-15.01.2011
Monteverde
Jawoll! Wenn man von Norden her nach
Monteverde fährt, kann man verstehen,
dass einem der Autovermieter kein Auto
ohne genügend Bodenfreiheit überlassen
möchte, wenn er dieses Ziel kennt. Mit
einem normalen Pkw hat man gute Chancen
seine Ölwanne irgendwo entlang des Weges
in eines der vielen tiefen Matschlöcher
zu versenken.
Dass
Monteverde in einem Nebelwald liegt,
kann man sehr wörtlich nehmen und ein
Poncho leistet gute Dienste, wenn der
fein zerstäubte warme Nieselregen einem
senkrecht direkt ins Gesicht bläst.
Das
Örtchen Santa Elena bietet alles zum
Thema Kaffee. In Costa Rica wird per
Gesetz nur die milde und hochwertige
Sorte Arabica angebaut. Da diese auf dem
internationalen Markt höhere Preise
erzielt als der derbere Verwandte
Robusta. Bei lokalen Selbstvermarktern,
die den gesamten Herstellungsprozess vom
Bohnenanbau über natürliche
Lufttrocknung bis hin zur eigenen
Röstung selbst in die Hand nehmen, kann
man mehr über die einzelnen
Prozessschritte des Röstens im Detail
erfahren und erschnuppern. Als Ergebnis
erhält man einen Kaffee Genuss, der
frischer nicht sein kann. Wer es
ausprobieren möchte, sollte mal ins „The
common cup“ gehen und seinen eigenen
Kaffee unter Anleitung von Ken rösten.
Zum
Thema Frösche gibt es den „Frog Pond“.
Leider handelt es sich dabei um ein
Terrarium mit ca. 20 Froscharten. Wer
hier Fotos machen möchte, wird
sicherlich enttäuscht sein, da die
Scheiben weder geputzt, noch entspiegelt
sind. Ganz zu schweigen davon, dass
keine Frösche in einer Teichumgebung,
wie der Name vermuten lässt, gezeigt
werden.
Da
das Wetter sich massiv verschlechtert
hatte und der Regen von allen Seiten
kam, haben wir beschlossen, die weiteren
Aktivitäten auf den nächsten Tag zu
verlegen.
Die
ganze Nacht hatte es wie aus Kübeln
geschüttet und der nächste Morgen schien
auch keine Besserung zu versprechen. Ich
denke, die Menschen hier im Nebelwald
haben für das Wort „Regen“ ebenso viele
unterschiedliche Worte, wie die Eskimos
für das Wort „Schnee“. Wir hatten hier
immer einen warmen Grundsprühnebel, der
überlagert wurde durch seitlich ins
Gesicht peitschende dicke Regentropfen
oder senkrecht fallende schwere
Regentropfen. Einmal mit Sonne und den
Regenbogen im Hintergrund, das andere
Mal wieder für kurze Zeit tiefdunkel und
wolkenverhangen. Nach dem Frühstück war
klar, dass wir die anvisierte
Standard-Touristenattraktion, die
Canopy-Tour (The Original Canopy Tour -
http://www.canopytour.com/
- 506 2291-4465) stornieren würden, da
eine rasante Fahrt am Drahtseil über die
Baumwipfel hinweg im peitschenden Regen
nicht allzu viel Laune versprach. Aber
wir kapitulierten natürlich nicht. Es
gibt viele Wanderwege in der Gegend und
wenn man sich ins Unterholz schlägt,
kommt von dem Sprühnebel und den starken
Winden unter dem dick vermoosten und mit
allerlei Schlingpflanzen verwachsenen
Blätterdach nach den Massstäben von
Monteverde nur wenig Regen am Boden an.
Zur Einstimmung auf unseren Wandertag
besuchten wir einen von etlichen kleinen
Wanderwegen (Sendero Aguacate - Avocado
Trail), die direkt vom Hotel (Cloud
Forest Lodge, Puntarenas, P.O. Box
531-1000 San José, Costa Rica ,
+506-2645-5058) aus begehbar
sind und ausnahmsweise einmal ohne
Eintrittsgebühr verbunden waren.
Da
wir noch weit davon entfernt waren
vollkommen durchnässt zu sein, ging es
zum nächsten Ziel: Reserva Biologica
Bosque Nuboso Monteverde. Auf dem
dreistündigen Rundwanderweg geht es
hindurch durch den ursprünglichen
Nebelwald über eine Hängebrücke zur
Laventana, der Wasserscheide zwischen
Atlantik und Pazifik über eine Unzahl
von Stegen um dem matschigen Untergrund
auszuweichen, zu kleinen Wasserfällen
und wieder zurück zum Eingang.
Nicht
weit vom Ausgang hat ein Ladenbesitzer
Futterstellen für Colibris aufgebaut,
die von einer Vielzahl kleiner bunter
mit rasanten Flügelschlägen
dahinbrummenden Piepmätzen dankbar
angenommen werden. Eine so große Anzahl
von unterschiedlichen Colibris, die
einem über den Kopf hinwegdüsen, in
freier Wildbahn beobachten zu können,
ist schon beeindruckend.
Wandern macht hungrig und so sind wir
einer Empfehlung des Lonely Planet
gefolgt und haben das Restaurant „Sofia“
in Santa Elena ausprobiert. Der Koch
zaubert raffinierte lokale Küche, welche
man bis auf den Caipirinha durchweg
empfehlen kann.
15. + 16.01.2011
Dominical und Uvita
Und
es regnet immer noch. Monteverde hatte
kein Erbarmen mit uns und zeigte sich
uns nur von seiner nassen Seite. Da der
Wetterbericht keine Besserung versprach,
haben wir unsere Sachen gepackt und sind
wieder Richtung Süden an die Küste
gefahren. Der Weg von Monteverde in
Richtung Süden ist zwar auch ein
Schotterweg, aber deutlich besser in
Schuss, als die Variante vom Norden aus
Arenal kommend. Bis zur Auffahrt auf die
sehr gut ausgebaute Interamerica –
Nationalstrasse Nr. 1, gibt es immer
wieder herrliche Ausblicke auf die
Nebelwälder, die bereits nach 10 km
Fahrt in der Ferne zu liegen scheinen,
denn plötzlich ist die Erde wieder
staubtrocken und man befindet sich
wieder in der Jahreszeit, den der
Kalender vorgibt, der Trockenzeit. Da
die Interamerica einer der besten
Strassen war, die wir seither in Costa
Rica gefahren sind, haben wir unser Ziel
Uvita deutlich schneller erreicht, als
erwartet.

Wer
in der Dämmerung auf dem Balkon sitzend,
einen Blick über die gesamte
Küstenregion haben möchte, dem sei das
etwas in die Jahre gekommene Whales and
Dolphins empfohlen (das Hotel liegt 17
km südlich von Dominical auf dem South
Coast Highway, Uvita - Osa - Puntarenas
- Costa Rica).
Nördlich
von Uvita liegt das Dörfchen Dominical,
was fest in der Hand von Amerikanern zu
sein scheint. Hauptaktivität ist hier
surfen und relaxen und riesige mit Käse
überbackenen, mit Avocadocreme
verfeinerte Portionen von Nachos zu
essen.

Uvita Beach im Ballena
National
Marine Park gelegen (6 US-$ pro Person)
dagegen ist noch in der Hand der Ticos,
die am Wochenende scheinbar ihren halben
Hausstand an die Küste karren, um dann
ein ausgedehntes Familienpicknick unter
den Palmen bei einer Menge frisch
Gebruzzeltem vom Grill an ihrem Strand
zu genießen.
Vom
Uvita Beach bis zum La Colonia Beach
kann man entweder am feinen ausgedehnten
Sandstrand mit seiner markanten
walflossenartigen Küstenformation oder
die nur einige Meter landeinwärts mit
Laub- und Palmendach beschattete
parallel laufende Piste entlang wandern.
Mit etwas Glück kann man bunte
krächzende Aras bestaunen, die sich
genüsslich über die Früchte der Bäume
hermachen.

Leider spülten die Flüsse aufgrund des
vielen Regens in den Bergen jegliche
Sicht versperrende Sedimente ins Meer.
Schnorcheln war somit nicht möglich,
wenn man sich als Minimum eine Sicht von
2 Metern zur Unterwasserweltbeobachtung
wünscht. Da wir leider den Fisch nicht
vor die Taucherbrille bekamen, haben wir
ihn als Trostplaster wenigstens lecker
zubereitet im Cuna del Angel auf den
Teller bekommen (Cuna del Angel 9km/ 4,5
miles südlich von Dominical Beach
entfernt, im Süd Pazifik von Costa Rica
- + 506 2787-8012). Übrigens gibt es
hier auch eine Mojito-Variante mit
Passionsfrucht, die ein Versuch wert
sein dürfte.
17-19.01.2011 Park National Corcovado
Etwa
zwei Autostunden von Uvita entfernt
liegt der National Park Corcovado,
welchen wir aufgrund vieler Empfehlungen
von Einheimischen als unser letztes Ziel
angesteuert haben. Als Ausgangspunkt zum
dem Park haben wir uns in der Suital
Lodge eingemietet. Die Anlage besteht
aus einigen einfachen kleinen Hütten,
die im Wald verteilt sind und von deren
Terrassen man im Schaukelstuhl direkt
die Tiere beobachten kann. Wer sich dann
doch noch etwas bewegen möchte, kann
sich ein Paddel schnappen, einen Pfad
durch den Urwald 15 Minuten hinunter zur
menschenleeren Bucht absteigen, sich
dort eines der Kayaks vom Strand ins
Wasser ziehen und dann auf eigene Faust
zwischen den kleinen vorgelagerten
Inselchen umherschippern. Romantische
Naturen kommen so zu ihren wenige
Quadratmeter grossen eigenen Inselchen,
deren klares Wasser den Schnorchlern die
Möglichkeit gibt, dem Fischkindergarten
im seichten Gewässer beim Spielen
zuzusehen.
Obwohl Carlos, der immer freundliche
und sehr hilfsbereite Besitzer der Lodge
und gute Koch für heimische Küche in
Personalunion, alle Hebel in Bewegung
setzte, um doch noch kurzfristig einen
Englisch-sprachigen Führer für den
Nationalpark zu finden, war am Ende nur
noch eine Einheimische, spanisch
sprechende Führerin verfügbar, die im
Park aufgewachsen war. Die
Eintrittskarten für den Park hält Carlos
übrigens für seine Gäste auf Vorrat
bereit und erspart ihnen damit eine
Fahrt zur Bank nach Puerto Jimenez, die
für den Ticketverkauf die Anlaufstelle
ist. Am Parkgate selbst kann man
erstaunlicherweise kein Eintrittsticket
erhalten.
Die
Fahrt zum östlichen Parkeingang Los
Patos kann man nur mit einem
geländefähigen Untersatz wagen und auch
nur dann, wenn es nicht gerade geregnet
hat. Alternativ fährt ein Taxi das
relativ kurze Stück für ca. 80 US-$
(einfacher Weg). Der Grund hierfür ist,
dass die Piste in einem Flussbett
entlang läuft, in dem man bei
Niedrigwasser ständig die kleinen
Wasserläufe durchkreuzt. Ich würde
sagen, für unser Auto war der
Wasserstand grenzwertig. Aber es hat
eben gerade so gereicht, um im ersten
Gang über die großen Flusssteine
dahinpolternd den Parkeingang zu
erreichen.
Von
hier aus kann man eine 8 bis 10 stündige
schwül-heiße Wanderung auf
matschig-rutschigen Wegen (die
Einheimischen haben daher bereits ihr
Schuhwerk auf Gummistiefel umgestellt)
zu der Forschungsstation und dem Camp
Sirena unternehmen.
Dort
sollte man vorab eine
Übernachtungsmöglichkeit für mindestens
2 Nächte reserviert haben. Als Tagestour
ist diese Entfernung natürlich nicht
möglich, wenn man den Rückweg mit
einplanen muss und dann auch noch in
Ruhe die Tiere, die sich dem Camp
nähern, beobachten möchte. Daher sind
wir nur wenige Stunden in Richtung
Sirena gelaufen, mit der Hoffnung ein
paar Tiere vor die Linse zu bekommen.
Leider beschränkte sich die
Tierbeobachtung an diesem Tag auf ein
paar Schmetterlinge, Frösche und weit
entfernte Kapuzineräffchen. Laut Guide
lag es wohl daran, dass sich die Tiere
in der Trockenzeit in Richtung Küste
bewegen. Wenn dem so ist, eignet sich
eine Tageswanderung von der Ostseite her
nicht, um größere Tiere zu beobachten.
Man sollte dann mindestens die drei Tage
Variante wählen und zwei Nächte im Camp
Sirena übernachten. Da das Camp meist
ausgebucht ist, muss man sich sehr
frühzeitig um eine Reservierung kümmern.
19.-20.1.2011 San José, Rückreise
Wer
sich nicht an schmuddeligen Städten, die
im Verkehr ersticken und in denen sich
die Bewohner hinter vergitterten
Fenstern verbarrikadieren, erfreuen
kann, sollte San Jose so schnell wie
möglich verlassen, um die grandiose
Natur des Landes genießen zu können. Das
Hotel Kekoldi (Barrio Amón, San José,
Avenida 9, Calles 5 & 7,
http://www.kekoldi.com)
liegt zentral und erfüllt seinen Zweck
für eine Nacht.
Zum
Abschluss...
-
Sich
nachts alleine auf den Stränden
herumzutreiben, ist alles andere als
eine gute Idee und kann ziemlich
unromantisch enden. In den letzten
10 bis 15 Jahren ist die
Kleinkriminalität laut Aussage der
Einheimischen deutlich angestiegen.
Früher konnte man seine Badesachen
sorglos am Strand zurück lassen.
Heute muss man schon Glück haben,
wenn man noch etwas vorfindet,
nachdem man eine Runde in den Wellen
geplanscht hat.
-
Wer seine Sachen
bei der Dämmerung oder in der Nacht
nicht fest am Körper hat, sollte
diese lieber nicht mit an den Strand
nehmen. Aus eigener Erfahrung können
wir berichten, dass es nicht reicht,
den Rucksack neben sich abzustellen.
Eine Schattengestalt kommt aus dem
Unterholz, schnappt sich die Tasche
und verschwindet wieder in der
Dunkelheit im Dickicht. Mit dem
Überraschungsmoment und der besseren
Ortskenntnis auf seiner Seite waren
Rucksack und Kamera auf nimmer
Wiedersehen verschwunden.
-
Unbedingt das Eis
Tritz von Dos Pinos und fritierte
und gesalzene Bananen probieren.
-
Geld sollte man
in einer Nationalbank tauschen,
nicht in Wechselstuben am Flughafen
um einen besseren Wechselkurs zu
erhalten.
-
Allradantrieb
für die teilweise "schwierigen"
Strassen ist sehr von Vorteil.
-
Ein
Navigationssystem ist in diesem Land
sehr von Vorteil, weil man mit
Strassennamen äußerst sparsam ist.
Ziele werden hier meist nach dem
Namen der Lokalität benannt und
nicht so sehr nach einem
Strassennamen. Insbesondere in der
Nacht, wenn man die spärlichen
Inlandsschilder nur noch selten
findet, leistet das kleine
Helferlein in entlegenen Gegenden
gute Dienste. Im Gedränge und wilden
Gekurve von San Jose ist es mir ein
Rätsel wie man als Fremder in dieser
Stadt ohne ausreichende Hinweise auf
Strassennamen sein Ziel finden kann.
-
An den
Strandregionen wird sehr oft ein
Smothie angeboten. Unbedingt mit
Wasser oder Milch probieren.
-
In allen Cafés,
Restaurants und Unterkünften gibt es
kostenlos Internetzugriff über
Wireless-Lan.
-
Der öffentliche
Verkehr , insbesondere die
Busverbindungen sind gut ausgebaut
und wider Erwarten ausserordentlich
pünktlich.





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